Kirchensteuer auf Abgeltungssteuer aus Kapitalerträgen – Antrag auf Sperrvermerk

Die auf die Abgeltungssteuer entfallende Kirchensteuer wird entsprechend dem Kirchensteuersatz der Religionsgemeinschaft, der der Kirchensteuerpflichtige angehört, als Zuschlag erhoben.

Im Vorfeld wird der Abzugsverpflichtete (z.B. ein Kreditinstitut oder eine Versicherung) beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in einem automatisierten Verfahren abfragen, ob der Kunde Angehöriger einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft ist und welcher Kirchensteuersatz angewendet werden muss. Bei bestätigter Kirchensteuerpflicht wird der Abzugsverpflichtete dann die auf die abgeltend besteuerten Kapitalerträge anfallende Kirchensteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen.

Sollte nicht gewünscht sein, dass Banken und Versicherungen Einblick in die religiöse Zugehörigkeit erhalten, kann der Übermittlung der Daten zur Religionszugehörigkeit widersprochen und der Erlass eines Sperrvermerks beantragt werden. Dies kann entweder elektronisch über das Online-Portal des BZSt oder durch Ausfüllen, Ausdrucken und Weiterleitung des unterschriebenen amtlichen Vordrucks per Post an das BZSt erfolgen. Der Antrag auf den Sperrvermerk muss bis 30. Juni 2018 beim BZSt eingegangen sein, um noch Wirkung für die Regelabfrage des laufenden Jahres zu entfalten.


Ein Sperrvermerk hat keinen Einfluss auf die Kirchensteuerpflicht. Es unterbleibt lediglich der Abzug an der Quelle. Bei Zugehörigkeit zu einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft wird bei Setzung eines Sperrvermerks die Kirchensteuer später im Rahmen der Veranlagung festgesetzt. 

 


Mittwoch, 02. Mai 2018
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