Anhebung der Grenze für Kleinbetragsrechnungen auf EUR 250 durch das sog. "Bürokratieentlastungsgesetz II“

Bereits in unserer Juni-Ausgabe hatten wir darüber informiert, dass der Gesetzgeber die Grenze für Kleinbetragsrechnungen rückwirkend zum 01.01.2017 von 150 € auf 250 € angehoben hat.

Geringere Anforderungen für Vorsteuerabzug aus Kleinbetragsrechnungen

Die sog. „Kleinbetragsregelung“ in § 33 UStDV trägt im täglichen Geschäftsleben zu einer erheblichen Vereinfachung beim Vorsteuerabzug bei. So setzt der Vorsteuerabzug grundsätzlich voraus, dass der Leistungsempfänger eine Rechnung besitzt, die eine Vielzahl an normierten Rechnungsangaben enthält. Dagegen stellt die Kleinbetragsregelung für den Vorsteuerabzug aus sog. „Kleinbetragsrechnungen“ geringere Anforderungen an die Angaben in einer Rechnung. Gegenüber den Rechnungsangaben in § 14 Abs. 4 UStG ist insbesondere die Angabe des Leistungsempfängers sowie ein gesonderter Umsatzsteuerausweis entbehrlich.

Gefahr: Nicht notwendige Angaben in Kleinbetragsrechnungen gefährden den Vorsteuerabzug des Leistungsempfängers

Die praktischen Anwendungsprobleme der Kleinbetragsrechnung bleiben jedoch auch nach dem „Bürokratieentlastungsgesetz II“ bestehen. Weiterhin besteht die Gefahr, dass nicht notwendige Angaben in Kleinbetragsrechnungen den Vorsteuerabzug des Leistungsempfängers gefährden.

Besonders praxisrelevant sind unvollständige oder unzutreffende Angaben zum Leistungsempfänger. Als Folge versagt die Finanzverwaltung regelmäßig den Vorsteuerabzug mit der Begründung, dass die Kleinbetragsrechnung nicht den Bestimmungen des § 33 UStDV entspricht. Dies führt zu dem paradoxen Ergebnis, dass der Vorsteuerabzug bei einem leeren Adressfeld besteht, bei einem unvollständig oder unzutreffend ausgefüllten Adressfeld jedoch nicht.


Unternehmer sollten auch weiterhin darauf achten, dass Kleinbetragsrechnungen lediglich die notwendigen Rechnungsangaben des § 33 UStDV enthalten. Alle zusätzlichen Angaben bergen das Risiko, dass sie sich als unvollständig oder unzutreffend erweisen und so den Vorsteuerabzug des Leistungsempfängers gefährden. Bei Fragen in diesem Bereich stehen wir gerne zur Verfügung.


 

 

Montag, 31. Juli 2017
Hilfe per Telefon: Hotline Steuerberater DSG
Newsletter Steuerberatung abonnieren oder anzeigen
Kontaktformular Steuerberater: Dr. Schuhmann Gruppe
Kanzlei-Standorte der Dr. Schuhmann Gruppe finden
Familienförderung: wir beraten Sie gerne!